
Wohngesundheit
dank Massivbau

Die eigenen vier Wände – das ist der Traum vieler Menschen. Je näher jedoch die Erfüllung dieses Traumes rückt, desto gründlicher sollte man sich informieren. Meist sind die Vorstellungen und Wünsche klar umrissen, wenn es um Grundstücksgröße, Anzahl der Zimmer, die Ausstattung und ähnliche Fragen geht. Doch ein Thema wird gern vernachlässigt, obwohl es eigentlich das wichtigste überhaupt ist: die Wohngesundheit. Was nutzt das schönste Haus, wenn es die Bewohner krank macht? Wenn Baustoffe verwendet wurden, die gesundheitsschädlich sein können? Jeder Bauherr sollte sich über dieses Thema umfassend informieren.
Bewusst auswählen – das Baumaterial spielt eine große Rolle
Bei einer gebrauchten Immobilie hat man nicht die Wahl. Bei einem Neubau allerdings, der als Massivhaus nach eigenen Angaben errichtet werden soll, hat man sehr wohl ein Mitspracherecht und kann Einfluss auf die Wohngesundheit nehmen.
Das betrifft in erster Linie die beim Hausbau verwendeten Materialien. Hierbei sind die Schadstoffe, die von den Baustoffen ausgehen, ebenso zu berücksichtigen wie Emissionen, die während der Bauphase aufgrund handwerklicher Arbeiten freigesetzt werden.
Dies gilt in erster Linie für VOC-Emissionen (Volatile Organic Compounds = flüchtige organische Verbindungen), die unter anderem allergieauslösend sein können. Die Betroffenen sind meist ältere Menschen und Kinder oder Personen, die insgesamt allergieanfällig sind. Die Beschwerden reichen von Müdigkeit und Schlafstörungen über allergische Hautreaktionen bis hin zu massiven Atemwegserkrankungen.
Nun ist es gar nicht so einfach, VOC-Emissionen aus dem Weg zu gehen, denn in Wohnräumen sind sie auf Schritt und Tritt anzutreffen. Wandverkleidungen, Kunststoff an Fenstern und Türen, Bodenbeläge, Möbel, die mit entsprechenden Farben und Lacken behandelt wurden – sie alle könnten VOC absondern.
Doch wie kann man sich davor schützen?

Beim Hausbau sollte man schon von vornherein auf die Verwendung von anorganischen Baumaterialien achten. Dazu gehören Baustoffe wie Ziegel oder Porenbetonsteine sowie natürliche Kalk- und Gipsputze.
Diese Baustoffe werden bei der Massivbauweise eingesetzt und zeichnen sich durch ihre Fähigkeit aus, Feuchtigkeit und Schadstoffe aufnehmen zu können. Dadurch sorgen sie für ein gesundes Raumklima.
Auch Holz eignet sich zum wohngesunden Bauen, vorausgesetzt, dass keine gesundheitsgefährdenden Holzschutzmittel verwendet werden.
Gesundheitsgefährung durch die Umwelt
Was hinsichtlich des gesunden Wohnens auch ins Gewicht fällt, aber leider zu wenig Beachtung findet, sind Bodenbelastungen. Da ist in erster Linie Radon zu nennen. Es handelt sich um ein radioaktives Edelgas, das durch Fundament und Keller in das Haus eindringen kann. Es steht im begründeten Verdacht, Lungenkrebserkrankungen hervorzurufen. Allerdings ist es nicht schwierig, sich mit einer radonsicheren Bauweise davor zu schützen. Das ist gerade bei der Massivbauweise kein Problem.
Es bedingt jedoch eine Bodenuntersuchung des Baugrundstücks vor Baubeginn. Wenn es sich um einen Bauplatz in einem Gebiet handelt, das als entsprechend gefährdet eingestuft wird, sollte diese Untersuchung unbedingt durchgeführt werden, um wirksame Gegenmaßnahmen ergreifen zu können.
Ein weiterer Punkt, um den man sich beim Hausbau Gedanken machen sollte, ist die Belastung durch Elektrosmog. Wer sich für einen Massivbau entscheidet, hat in dieser Hinsicht allerdings wenig zu befürchten. Laut der Ansicht von Experten wird die schädliche Strahlung von den Wänden eines Hauses, das in Massivbauweise errichtet wurde, zu fast 100 % abgeschirmt. Beim Massivbau sind daher zusätzliche Maßnahmen gegen belastenden Elektrosmog unnötig.
Wohlfühlen in den eigenen vier Massivbau-Wänden
Die Wohngesundheit bezieht sich nicht nur auf Schadstoffe und Belastungen, sondern schließt auch das Wohlfühlen im eigenen Haus mit ein. Dazu gehören angenehm temperierte Räume, kühl im Sommer, mollig warm im Winter. Die empfohlene Raumtemperatur ist bei den unterschiedlichen Räumen unter Berücksichtigung deren Nutzung durchaus nicht gleich.
Im Wohnzimmer wird eine Temperatur von 20 bis 23 grad Celsius empfohlen, im Schlafzimmer liegt der Wert bei 17 bis 20 Grad Celsius.
Das Badezimmer darf ruhig 20 bis 23 Grad Celsius aufweisen, wohingegen das separate WC mit nur 16 bis 19 Grad Celsius auskommt. Auch die Küche braucht es nicht ganz so warm, hier gelten 18 bis 20 Grad als Richtwert, beim Flur werden 15 bis 18 Grad Celsius als angemessen angesehen.
Beim Massivbau muss man üblicherweise keine Klimaanlage einplanen, um die Räume im Sommer wohltemperieren zu können, als Ausnahme gelten Räume im ausgebauten Dachgeschoss. Hier ist auf ausreichende Dämmung zu achten. Neben der Temperierung der Räume ist jedoch auch die Belüftung ein wesentlicher Faktor für die Wohngesundheit. Moderne Häuser verfügen über spezielle Lüftungssysteme, die für ausreichende Frischluftzufuhr sorgen. Durch manuelle Lüftung wie beispielsweise das bewährte Stoßlüften kann man den Vorgang unterstützen.
Was das Wohlfühlen in den eigenen vier Wänden zusätzlich unterstützt, ist das Schaffen des persönlichen Wohlfühlklimas. Das kann durch Zimmerpflanzen geschehen. Besonders gut geeignet sind Grünlilie, Drachenbaum, Aloe Vera, Bogenhanf und Efeu. Diese Pflanzen binden diverse schädliche Stoffe und geben darüber hinaus Sauerstoff an die Umgebung ab.





