Wie wird ein Massivhaus gebaut?

Das Massivhaus ist ein nach alter Handwerkskunst gemauertes Gebäude. Üblicherweise tritt der Bauherr an einen Architekten oder einen Bauträger heran, der das Haus entwirft und plant, selbstverständlich unter Berücksichtigung der Wünsche und Vorstellungen des Bauherrn. In diesem Fall handelt es sich um ein individuell geplantes und massiv gebautes Haus. Doch die Massivbauweise präsentiert noch weitere Möglichkeiten.
Stein auf Stein – darum ist ein Massivhaus wirklich „massiv“
Der Massivbau hält, was der Name verspricht. Mit dem Begriff „massiv“ verbindet man gedanklich Stärke, Widerstandskraft, Stabilität. All diese Eigenschaften weist das massiv gebaute Haus auf. Zunächst wird entweder die Bodenplatte als Fundament gegossen, auf dem dann das Haus errichtet wird. Oder man entscheidet sich für einen Keller. Ab Oberkante Keller scheiden sich die Geister: Massivhaus oder Fertighaus? Beides ist in dieser Phase möglich. Wer sich für ein massiv gebautes Haus entscheidet, geht zu Recht davon aus, dass sein Haus aus massiven Steinen errichtet wird. Aus welchem Material diese Steine sein werden, obliegt der Wahl des Bauherrn. Es gibt bei den Massivbauten vielfältige Möglichkeiten.
Doch all die zur Verfügung stehenden Materialien haben eines gemeinsam: Sie sind massiv. Die Wände sind tragfähig. Man muss sich keine Gedanken machen, ob man einen Hängeschrank an dieser oder doch lieber jener Wand aufhängen kann, denn alle Wände sind massiv und halten der Belastung stand. Doch die massiven Wände trotzen nicht nur der Belastung, die bei der Einrichtung auf sie zukommen können. Massive Wände zeichnen sich durch hohe Stabilität aus, sind feuerfest und werden selbst bei einem Sturm nicht so leicht umgeweht.
Ein oft bevorzugtes Material beim Bau eines Massivhauses ist der Ziegelstein, auch als Backstein bekannt. Und das mit gutem Grund. Ziegelsteine weisen mehrere Eigenschaften auf, die sie zur Nummer Eins machen. Ziegel sind ausgesprochen robust und feuchtigkeitsregulierend. Dadurch sorgen sie für ein angenehmes Raumklima und eine ausgezeichnete Wärmedämmung. Bei einen massiv gebauten Haus aus Ziegelsteinen kann auf eine zusätzliche Dämmung verzichtet werden. Ein weiterer bewährter Baustoff bei Massivhäusern ist Leichtbeton, der aus Zement und Wasser unter Zugabe von Bimsstein oder Blähton gefertigt wird. Beide Varianten verfügen über sehr gute Schall- und Wärmedämmungseigenschaften und sind leicht zu verarbeiten. Des Weiteren ist Kalksandstein ein bewährter Baustoff für Massivhäuser. Diese Steine kommen auch in der Natur vor, beim Hausbau werden allerdings in der Regel industriell gefertigte Kalksteine verwendet. Diese werden aus Kalk, Sand und Wasser hergestellt und unter hohen Temperaturen gehärtet. Kalksandstein hat gegenüber dem Ziegel bei all seinen ansonsten hervorragenden Eigenschaften jedoch den Nachteil, dass die Wärmedämmung nicht optimal ist. Bei Massivhäusern aus Kalksandstein muss eine zusätzliche Dämmung eingeplant werden. Auch Porenbeton kommt beim Massivhausbau häufig zum Einsatz. Diese Steine werden aus Zement oder Kalk und fein gemahlenem Quarzsand unter Zugabe von Aluminiumpulver und Wasser industriell hergestellt. Durch die anschließende Aushärtung bei rund 200 Grad Celsius entstehen kleine Poren, die namengebend für diesen Baustoff sind. Diese wiederum verleihen dem Porenbeton die hervorragenden Dämmeigenschaften. Außerdem ist der Porenbeton relativ leicht, sehr gut zu verarbeiten und präzise zuzuschneiden, was ihm deutliche Vorteile auf der Baustelle verschafft.
Das Massivhaus ist nicht umsonst Deutschlands beliebteste Hausvariante. Das massiv gebaute Haus weist sehr viele Vorteile auf. Je nach verwendetem Material kann auf eine zusätzliche Wärmedämmung komplett verzichtet werden. Wenn es um Wohngesundheit geht, hat das massiv gebaute Haus ebenfalls einige Vorteile zu bieten, denn die massiven Wände fangen Strahlung und Elektrosmog fast vollständig auf und schirmen die Bewohner ab. Das Massivhaus ist allein durch die verwendeten Baustoffe ohne zusätzlichen Aufwand energiesparend und sicher. Wärmedämmung und Schallschutz sind gegeben, die Aspekte der Wohngesundheit werden in hohem Maße berücksichtigt, ebenso die Vorteile auf der Baustelle. Massivhäuser sind komfortabel und wertbeständig, was sich unter anderem im Wiederverkaufswert zeigt.
Ein individuell vom Architekten entworfenes Haus hat seinen Preis und dieser ist meist nicht gering. Das steht fest. Aber es gibt auch die Möglichkeit, ein Massivhaus aus einem Typenkatalog auszuwählen. Wenn Größe und Raumaufteilung den Wünschen und Vorstellungen des Bauherrn entsprechen, kann man auch beim Massivhausbau auf standardisierte Typen zurückgreifen. Das spart die Kosten für eine individuelle Planung. Außerdem ist auch beim Massivbau die Möglichkeit gegeben, Eigenleistungen einzubringen. Wie beim Fertighaus kennt auch der Massivbau die unterschiedlichen Ausbaustufen vom Rohbau über das Ausbauhaus bis zum schlüsselfertigen Eigenheim. Der Bauherr hat die Möglichkeit, durch Eigenleistungen die Baukosten erheblich zu senken, allerdings sollte handwerkliches Geschick vorhanden sein. Nach Absprache mit der Baufirma können beispielsweise Bodenbeläge selbst verlegt werden oder der Bauherr übernimmt Maler- und Tapezierarbeiten. Diese vom Bauherrn zu erbringenden Eigenleistungen müssen allerdings unbedingt von vornherein vertraglich festgelegt werden.




