
Laufende Kosten
für das neue
Eigenheim
Laufende Kosten beim Fertighaus - So berechnen Sie die Nebenkosten
Auch wenn die Immobilienpreise in den letzten Jahren stetig gestiegen sind, entscheiden sich immer mehr Menschen dazu, ein Eigenheim zu kaufen. Die niedrigen Zinsen machen die Baufinanzierung besonders günstig. Bei einem Fertighaus ist die Chance hoch, dass die Bauphase zeitlich überschaubar bleibt und man die Kosten besser kalkulieren kann. Wenn Sie die Finanzierung Ihrer Traumimmobilie kalkulieren, sollten Sie aber auch die laufenden Kosten für das neue Zuhause berechnen. Hierbei gilt es nicht nur, die Nebenkosten zu berücksichtigen, sondern auch die Instandhaltungskosten, die möglicherweise erst nach Jahrzehnten entstehen. Lesen Sie, mit welchen laufenden Kosten Sie für Ihr Fertighaus rechnen müssen und wie Sie die Nebenkosten beim Bau richtig kalkulieren.
Die Erwerbsnebenkosten für das Fertighaus
Bereits beim Kauf des Grundstücks fallen die ersten Erwerbsnebenkosten an. Das gilt auch für den Kaufvertrag für das neue Fertighaus. Die Erwerbsnebenkosten setzen sich aus verschiedenen Posten zusammen, die sich alle nach dem Gesamtkaufpreis richten. Die Grunderwerbsteuer ist Ländersache. Je nach Bundesland liegt sie zwischen 3,5 und 6,5 % des Gesamtwertes der Immobilie inklusive Grundstück. Für den Notar und den Grundbucheintrag können Sie ungefähr 1,5 % kalkulieren. Häufig wird noch eine Maklercourtage fällig, die durchschnittlich etwa 7 % des Wertes beträgt. Die Erwerbsnebenkosten beim Hausbau betragen also zusammengerechnet in etwa 5-15 % des Gesamtwertes der Immobilie.
Auch beim Bau kann es zu zusätzlichen Kosten kommen. Die initialen Nebenkosten beim Bau hängen von den Umgebungsgegebenheiten ab. Mitunter müssen Erschließungskosten für das Grundstück an die Kommune gezahlt werden. Üblicherweise liegen die Kosten für eine Vollerschließung bei mindestens 10.000 EUR.
Wenn das Haus bereits finanziert ist, fallen unter Umständen auf dem Grundstück noch weitere Kosten an, die von jungen Hausbesitzern gerne vergessen werden. Hierzu zählen alle Kosten, die durch die Bebauung und Bepflanzung des Grundstückes entstehen. Im Außenbereich fallen beispielsweise Kosten für das Anlegen des Gartens, einer Terrasse, den Bau eines Zaunes und den Vorgarten an. Auch ein Carport und Gehwege können entscheidende Kostenfaktoren sein. Kalkulieren Sie für den Außenbereich mindestens 10.000 EUR, wenn die Ansprüche an die Gartengestaltung nicht hoch sind.
Die Nebenkosten sind bei einem Eigenheim grundsätzlich höher als bei einer Mietwohnung, da Vermieter die Nebenkosten nur anteilig auf die Mieter umlegen dürfen.
Neben den üblichen Verbrauchskosten beispielsweise für Strom, Wasser und die Entsorgungsbetriebe fallen bei der eigenen Immobilie weitere Kosten an. Hierzu zählen beispielsweise die Grundsteuer, die Heizungswartung, die Gebäudeversicherung, Rücklagen für Instandsetzungen oder der Schornsteinfeger.
Bei einem Einfamilienhaus müssen Sie mit Nebenkosten von durchschnittlich 520 EUR pro Monat rechnen. Dazu kommen noch Stromkosten, die nach Verbrauch unterschiedlich hoch ausfallen können.
Eine ausreichende Versicherung des Eigenheims ist unerlässlich, um sich selbst und die Familie im Fall der Fälle vor dem finanziellen Ruin zu schützen. Die Wohngebäudeversicherung ist die Basisversicherung, die jeder Eigentümer abschließen sollte. Sie versichert das Fertighaus gegen Schäden durch Leitungswasser, Sturm, Feuer oder Hagel. Je nach Wohnort sollte auch über den Abschluss einer Elementarschadenversicherung nachgedacht werden. Schließlich nehmen die Extremwetterereignisse in Deutschland in den letzten Jahren kontinuierlich zu. Eine Elementarschadenversicherung schützt die Immobilie auch vor Schäden, für die die Wohngebäudeversicherung nicht aufkommt, beispielsweise Hochwasser, Lawinen oder einen Erdrutsch. Auch die Hausratversicherung sollten Sie nicht verzichten. Sie versichert das Inventar Ihres Zuhauses. Optional können weitere Versicherungen abgeschlossen werden, wie beispielsweise eine Rechtsschutzversicherung oder eine Restschuldversicherung. Ob diese Zusatzversicherungen Sinn machen, sollte jeweils im Einzelfall geprüft werden.
Instandhaltungskosten beim Fertighaus kalkulieren
Der Kauf einer Immobilie ist ein langfristiges Unterfangen, dementsprechend ist es wichtig, den Wert der Immobilie zu erhalten. Auch bei einem Fertighaus sollten in regelmäßigen Abständen Modernisierung- und Instandhaltungsarbeiten stattfinden. Es ist empfehlenswert, für die Instandhaltung Rücklagen zu bilden. Diese sollten ausreichend hoch sein, um auch unerwartete Kosten, beispielsweise die Beteiligung der Anwohner an Straßenarbeiten, zahlen zu können.
Folgende Modernisierungsmaßnahmen fallen üblicherweise bei einem Fertighaus an:
- Modernisierung des Innenraums - Hierzu gehören Malerarbeiten, neue Tapeten, neue Bodenbeläge oder die Aufarbeitung von Fußböden.
- Instandhaltung der Fassade: Erneuerung des Außenanstrichs, Erneuerung von Schutzanstrichen von Holzteilen und Dachüberständen, Ausbesserung oder Neudeckung des Daches, insbesondere bei Flachdächern
- Technik: Modernisierung der Haustechnik und gegebenenfalls Austausch einzelner Elemente von Heizungsanlage, Wärmepumpe etc.
- Zusätzlich zu Renovierungsarbeiten im Innenraum müssen in diesem Zeitraum gegebenenfalls auch Bad, Küche und die Zimmertüren erneuert werden.
- In diesem Zeitraum ist immer auch damit zu rechnen, dass Heizkörper ausgetauscht und Dachrinnen und Fallrohre erneuert werden müssen.
- Modernisierungen fallen auch im Außenbereich an beispielsweise die Erneuerung des Terrassenbelages.
- Nach etwa 30 Jahren muss häufig die Fassade erneuert werden. Auch das Dach muss möglicherweise neu eingedeckt werden.
Fertighaus Nebenkosten reduzieren

Die Höhe der Nebenkosten bei einem Fertighaus ist von verschiedenen Faktoren abhängig. Auf die Höhe der verbrauchsabhängigen Nebenkosten haben Sie einen gewissen Einfluss. Es gibt viele gute Beispiele, wie sich die Nebenkosten reduzieren lassen. Das geschieht schon bei der Planung des Hauses. So können beispielsweise durch eine gute Dämmung und Isolierung Heizkosten gespart werden. Die Wasserkosten lassen sich reduzieren, in dem Regenwasser im Garten in einer Regentonne oder Zisterne gesammelt und für die Bewässerung des Gartens nutzbar gemacht wird. Die Wahl der Heizung beeinflusst die Höhe der zu erwartenden Heizkosten maßgeblich, wobei die Kosten für Öl oder Gas stets Schwankungen unterliegen und so schwer vorhersehbar sind.
Fazit: Wer ein Fertighaus samt Grundstück kauft, sollte die Baunebenkosten und die laufenden Kosten vorab sorgfältig ermitteln. Viele Posten werden von neuen Hauseigentümern häufig vergessen. Denken Sie bei der Finanzierung auch unbedingt daran, dass im Laufe der Zeit Kosten für die Modernisierung und Instandhaltung anfallen werden. Hierfür sollten entsprechende Rücklagen gebildet werden. Die verbrauchsabhängigen Kosten können Sie zu einem gewissen Grad beeinflussen, beispielsweise indem Sie für eine gute Dämmung des Hauses sorgen und das Regenwasser im Garten für die Bewässerung nutzen.




